Jeder hat ein Recht auf den heiligen Namen - Bhakti-Yoga

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Jeder hat ein Recht auf den heiligen Namen

Harer Nama
Srila Bhaktivinoda Thakura schreibt im Harinama Cintamani:
"Jedes menschliche Lebewesen, ungeachtet materieller Erwägungen wie sozialem Stand (varna), Geburt, Geschlecht, Alter oder Bildung hat das Recht, den Heiligen Namen anzunehmen, da der Herr in den Namen eine transzendente Kraft eingegeben hat, die alle Unterschiede übersteigt. Doch obwohl jedermann das Recht auf den Namen hat, werden nur diejenigen, die gläubiges Vertrauen (shraddha) in Sri Krishna und seinen Namen entwickelt haben, tatsächlich Zuflucht beim Namen nehmen und ihn ernsthaft singen."

Das Recht jeder Seele auf den heiligen Namen ist vollkommen unbestritten. Aber genauso unbestritten ist es, dass die 10 Vergehen gegen den heiligen Namen den Chantenden von der höchsten Segnung des Namens fernhalten. Daher wird jeder, ob Neuling oder Fortgeschrittener, durch die Acaryas und die Shastras ermahnt, die 10 Vergehen gegen den heiligen Namen zu vermeiden, um wirklich durch ihn göttliche Liebe(prema) zu Radha-Krishna zu erlangen.

So schreibt Srila A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada:
"Wir müssen immer daran denken, dass Hören und Chanten die beiden fundamentalen Grundsätze für die Ausführung der Pflichten des hingebungsvollen Dienstes (Anm.: Sadhana-Bhakti) sind, und werden sie richtig ausgeführt, folgt als Reaktion die Ekstase mit Tränen in den Augen und gesträubten Körperhaaren. Dies sind natürliche Folgeerscheinungen und die einleitenden Symptome der bhava-Stufe, die vor der vollkommenen Stufe der Prema, Liebe zu Gott, erscheint.
Wenn diese Reaktion nicht eintritt, selbst nach ununterbrochenem Hören und Chanten des heiligen Namen des Herrn, sollte man wissen, dass dies nur auf Vergehen zurückzuführen ist. Das ist die Meinung des Sandarbha. Wenn der Gottgeweihte nicht von Anfang an, wenn er den heiligen Namen des Herrn zu chanten beginnt, sorgsam darauf achtet, die zehn Arten von Vergehen gegen die Füsse des heiligen Namens zu vermeiden, werden sich in ihm gewiss keine Gefühle der Trennung entwickeln, die nach aussen hin durch Tränenausbrüche und ein Sträuben der Körperhaare sichtbar werden."
(Erläuterung zu SB 2.3.24)

So ist es das spirituelle Selbstinteresse des Bhakta, den Anweisungen der Shastra und der Acaryas zu folgen, indem er oder sie sorgsam alle Vergehen gegen den heiligen Namen vermeidet. Nicht, weil man ansonsten bestraft würde oder dergleichen, sondern weil einem sonst der unbegreifliche Segen des heiligen Namens nur in stark verminderter Form zugänglich ist und so das wahre Ziel des Chantens, krsna-prema oder die Ekstase der Liebe zu Gott, unerreichbar bleibt.

Die Shastras

Sri Chaitanya-charitamrta:
"Beim Chanten des heiligen Namens Krishnas ist auf Vergehen zu achten. Daher gerät jemand, der Vergehen begeht, nicht in Ekstase, wenn er Krishnas Namen chantet."
(Cc 1.8.24)

"Jeder, der Krishnas Name chantet, löscht sein sündhaftes Leben aus, und so wird reine Bhakti, welche die Ursache der Liebe zu Krishna ist, offenbar."
(Cc 1.8.26)

"Wenn die Liebe zu Sri Krishna tatsächlich erweckt ist, verursacht sie Veränderungen im Körper wie Schweißausbruch, Zittern, Herzklopfen, Versagen der Stimme und Tränen in den Augen."
(Cc 1.8.27)

"Ohne harte Arbeit beendet man durch Dienst zu Sri Krishna den Kreislauf von Geburt und Tod. Wer Krishnas Namen chantet, wird als Folge davon all diese Reichtümer erlangen."
( Cc 1.8.28 )

"Wenn man den erhabenen heiligen Namen des Herrn immer wieder chantet und sich dennoch seine Liebe zum Höchsten nicht entwickelt und keine Tränen in den Augen erscheinen, ist es offensichtlich, daß wegen der Vergehen beim Chanten der Same von Krishnas heiligem Namen nicht sprießt."
(Cc 1.8.29-3O)

Für mich lautet daher die Frage: "Wie kann ich die Vergehen vermeiden?"
Srila Bhaktivinoda Thakura hat diese 10 Vergehen zu unserem Segen sehr ausführlich im Harinama Cintamani beschrieben und nur allzu deutlich aufgezeigt, dass sich diese Vergehen (aparadhas) nicht einfach nur auf den Zeitraum des Chantens beziehen, sondern auf unsere gesamte Person und unser gesamtes alltägliches Verhalten, nicht nur gegenüber Vaishnavas, sondern auch gegenüber allen anderen Lebewesen.

Wo findet aber jener Zuflucht und Hoffnung, der nach einer realistischen Selbstbetrachtung bemerkt, wie tief er immer noch in die Vergehen gegen Krishnas Namen verstrickt ist?

Das Chaitanya-caritamrta beantwortet diese Frage gleich selbst:
"Beim Chanten der heiligen Namen von Sri Krishna-Chaitanya und Sri Nityananda gibt es diese Überlegungen (dieses Beachten der Vergehen) nicht. Einfach das Chanten von ihren Namen ruft Liebe zu Gott hervor, und Symptome wie tränende Augen werden sichtbar."
(Cc 1.8.31)

"O ihr Menschen, verehrt daher bitte Sri Krishna-Chaitanya und Prabhu Nityananda. Auf diese Weise werdet ihr die erbärmlichen Bedingungen des materiellen Daseins besiegen, und ihr werdet transzendentale (sich jenseits der Maya befindliche) Glückseligkeit (premananda) bekommen."
(Cc 1.8.43)

Srila Bhaktivinoda Thakura schreibt:
"Sri Chaitanyas Herabsteigen, wie auch immer, ist höchst ungewöhnlich. Durch seine Barmherzigkeit kann eine ernsthafte Person, selbst wenn sie voller Vergehen ist, sehr schnell Liebe zu Gott erlangen. Wenn jemand die Namen von Nitai (Nityananda) und Chaitanya (Gauranga) ausspricht, wird Krishna-prema persönlich nach ihm suchen. Vergehen können diesen Fortschritt nicht behindern, und schon bald wird er aus Liebe zu Gott Tränen der Ekstase vergiessen. Durch die Barmherzigkeit Sri Chaitanyas fliehen alle Vergehen sehr schnell weg, das Herz wird rein und Liebe zu Gott kann voll erblühen. Weil die Leute im Kali-yuga unzählige Vergehen begehen, die sehr schwer zum Stillstand gebracht werden können, gibt es keine andere Möglichkeit, kein anderes Mittel zur Befreiung, ausser dem Namen Gaurangas. Daher sehe ich im Kali-yuga keine Alternative zu Sri Gauranga. Das ist ebenfalls die Aussage der Schriften."
(1. Kapitel des Navadvipa Dhama Mahatmya)

Sri Gauranga Mahaprabhu (Krishna-Chaitanya) ist erschienen, um allen Lebewesen den heiligen Namen Krishnas zu schenken, damit sie ihr materielles Dasein beenden können und Liebe zu Gott (prema) erlangen. Daher sollte man sehr bewusst zur Kenntnis nehmen, dass auch sein eigener heiliger Name (Gauranga, Krishna-Chaitanya usw.) von aussergewöhnlicher Bedeutung ist. Er ist Sri Sri Radha-Krishna in einer einzigartigen Gestalt, geschmückt mit der Ekstase der sich selbst verschenkenden Gottesliebe (prema). Wie sollte da sein Name nicht von ebensolcher aussergewöhnlicher barmherziger Bedeutung sein? Der heilige Name ist nicht verschieden vom Herrn selbst. Durch die Namen von Nitai und Gauranga sind wir in unmittelbarem Kontakt zu jenen zwei grossherzigen Avatars, die ohne zu unterscheiden Krishna-Prema an jeden verteilen, der seine Hände öffnet, um sie anzunehmen.

So schrieb B. R. Shridhara Gosvami:
"Gauranga gleicht einer unerschöpflichen Kraftquelle, die Krishna an alle verteilen will, durchdrungen von einem unvorstellbar tiefen Mitgefühl und voll der edelsten Liebesempfindungen für die gewöhnlichen Menschen, ja ausgestattet mit der allerstärksten Zuneigung sogar zu Verbrechern. Nityananda Prabhu wollte alle in Verbindung mit Gauranga bringen, denn dadurch würde das Krishna-lila ganz von selbst innerhalb ihrer Reichweite sein. Deshalb begann er über Gauranga zu predigen und nicht über Radha-Krishna, wie es ihm Mahaprabhu (Gauranga) aufgetragen hatte.
Nityananda Prabhu predigte also:
Bhaja gauranga kaha gauranga laha gauranger nama – verehre Gauranga, sprich über Gauranga und singe den Namen von Gauranga".

Aber was ist mit jenen Bhaktas, die den Weg der Liebe zu Gott - egal aus welchen Gründen - nur über Krishnas Namen beschreiten wollen?
Für sie schreibt Srila Bhaktivinoda Thakura im Harinama Cintamani folgende Worte:

"Wenn man genügend begierig danach ist, die reine Hingabe zu erlangen, wird man frei von den zehn Vergehen. Man muss gewissenhaft jedes der Vergehen vermeiden, mit einem tiefen Gefühl der Reue, sie jemals begangen zu haben. Man sollte aufrichtig zu den Lotosfüssen des heiligen Namens beten und ihn mit Entschlossenheit singen. Wer immer daher Bhakti zu erlangen wünscht, wird den Namen annehmen und dabei aufmerksam jedes der zehn Vergehen zu vermeiden suchen, während er in seinem Herzen inbrünstig zu Füssen des heiligen Namens um dessen Barmherzigkeit betet, er möge die Vergehen vernichten. Nur dann wird er durch die Barmherzigkeit des heiligen Namens gesegnet werden, der all seine Vergehen vernichten wird. Es gibt keine andere Tätigkeit oder Busse, die ihn von seinen Vergehen reinwaschen kann.
Durch prayashcitta oder fromme Tätigkeiten kann man nie von den Vergehen gegen den Namen erlöst werden, sondern einzig indem man ununterbrochen beim Namen Zuflucht nimmt. Wenn sie auf diese Weise vernichtet werden, können sie nie wieder auftreten. Ununterbrochen den Namen zu singen bedeutet, abgesehen von der notwendigen Ruhezeit und anderen rein körperlichen Notwendigkeiten, Tag und Nacht mit heftiger Reue [Anm.: die Reue, jemals Vergehen begangen zu haben] zu singen. Keine andere Busse und kein anderes Ritual ist so kraftvoll wie dies. Wenn die Vergehen verschwinden, blüht der reine heilige Name im Herzen auf. Der reine Name (shuddha-nama) führt dann zur Anziehung zum Namen (bhava-nama), und letztlich zur Glückseligkeit des Namens (premanama).

O Sri Chaitanya, bei deinen Lotosfüssen bete ich demütig darum, dass die zehn Vergehen beim Singen der heiligen Namen in meinem Herzen nie einen Platz finden werden. Bitte gewähre mir gütigerweise die Gnade, dass ich im Nektar des reinen Namens eingetaucht bleiben kann."
"Um die Vergehen davon abzuhalten, in das Herz einzudringen, bete schliesslich um die Barmherzigkeit Sri Chaitanyas, der in den Nektar des heiligen Namens eingetaucht ist."

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