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Die Schriften (Shastra)

Selten steht der Welt eine solche Vielfalt an Vaishnava-Literatur zur Verfügung wie heute.
Angefangen mit dem ersten englischsprachigen Büchlein über das Bhagavata-Purana von Srila Bhaktivinoda Thakura im Jahre 1869, "The Bhagavat",
und den ersten deutschsprachigen Einblicken in die Vaishnava-Philosophie durch fünf Bücher von Walther Eidlitz (beginnend mit "Bhakta - Eine indische Odyssee", 1951) und später mit den zahlreichen Übersetzungen von A. C. Bhaktivedanta Swami oder den Aufzeichnungen (in Buchform), zusammengestellt aus Gesprächen mit Srila B. R. Sridhara Goswami, gibt es heute eine kaum überschaubare Fülle an Vaishnava-Literatur.

Die auf meiner Homepage vorgestellte Literatur (inkl. Downloadbereich) betrachte ich als idealen Einstieg in diese unvergleichliche theistische Philosophie des Vaishnavatums.


Zum Einstieg, gewissermassen als Einstiegshilfe, folgt ein kurzer Text von Walther Eidlitz. Er schrieb 1974 im Buch "Der Sinn des Lebens":

"Wenn wir versuchen, ein Verständnis dafür zu erlangen, wie die heiligen Schriften der Hindus, die Shastras, das Wesen des Menschen auffassen, so ist es wichtig, daß wir uns nicht von unseren eigenen abendländischen Denkgewohnheiten leiten lassen. Denn ähnlich, wie man heute kaum eine Sophokles-Tragödie richtig verstehen kann, ohne etwas vom Menschenbild der Griechen und deren Auffassung vom Schicksal, vom Todesreich und den Rachegöttinen zu wissen, so ist es ausgeschlossen, bloß mit unserem aus antiker und christlicher Tradition und moderner Psychologie, Naturwissenschaft und Technik gemischten Weltbild einigermaßen verständnisvoll an die indischen Texte, die Shastras, heranzugehen. Und das Weltbild und Menschenbild der Griechen stehen uns doch noch wesentlich näher als dasjenige der Hindus.
Wenn wir den Menschen in der Art, wie ihn die heiligen Schriften der Hindus darstellen, richtig erfassen wollen, müssen wir uns vor allem darüber ganz klar werden, daß – wie schon angedeutet – nicht nur das, was wir im Abendland den Körper des Menschen nennen, sondern auch das, was wir gewöhnlich unter seiner Seele und seinem Geist zu verstehen pflegen, gemäß der Schau der indischen Urkunden etwas Materielles ist. Das verborgene Ewige, das im Menschen und in jedem anderen Lebewesen Wohnung genommen hat, der Atma (Atman), ist im Sinne der Shastras etwas grundlegend anderes; gänzlich verschieden von der Seele und dem Geist der abendländischen Psychologie und auch einer ganz anderen Kategorie angehörig als "die ewige Seele" des Christentums.*
Die Shastras unterscheiden zwischen einem grobphysischen Leib, der etwa unserer gewöhnlichen Auffassung vom Körper entspricht, und einem feinphysischen Leib, welcher die Gesamtheit des Seelenlebens umfaßt, das also im Grunde als etwas Körperliches dargestellt wird, obwohl dessen Sinnenhaftigkeit, mit dem sichtbaren, meßbaren, wägbaren Körper verglichen, von viel zarterer, feinerer Art ist." (Seite 22)

* Die ewige Seele, die gemäss christlich-theologischer Interpretation etwas ist, das der Mensch besitzt (etwas Gegenständliches) und beispielsweise den Tieren oder Pflanzen vorenthalten bleibt.