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Reinkarnation im Judentum - "DER BUND"-Artikel (Vorgeschichte) und Leserbriefe

DER BUND, 29. Mai 1998

Umstrittene Fragen der Reinkarnation

Anne Frank - Podiumsgespräch mit der schwedischen Schriftstellerin Barbro Karlén im Zürcher Volkshaus

saz. In seriösen Medien als Thema sonst kaum wahrgenommen, sorgte die vom Journalisten und Therapeuten Ronald Goldberger geleitete Fachdiskussion um Fragen der Reinkarnation mit verschiedenen Experten sowie der schwedischen Schriftstellerin Barbro Karlén, die sich als Wiedergeburt von Anne Frank ausgibt, besonders im Vorfeld der Gespräche in Basel und Zürich für einigen Aufruhr.
Die 1954 in Göteborg geborene Schriftstellerin Barbro Karlén behauptet seit frühester Kindheit, sich an ihr vorheriges Leben als Anne Frank erinnern zu können - jenes jüdische Mädchen, das während der deutschen Besatzung Hollands ihr Untertauchen in einem Versteck in Amsterdam in ihrem wohlbekannten «Tagebuch der Anne Frank» beschrieben hat und kurz vor Kriegsende im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. Gegen den Auftritt der Schwedin wandten sich im Vorfeld besonders Gruppierungen wie die Aktion Kinder des Holocaust oder Antifaschistische Aktion, welche die Veranstaltungen als antisemitisch verharmlosende «Vereinnahmung des Holocaust» zu verhindern suchten.
Gleichwohl scheute sich in Zürich ein antifaschistischer Aktivist nicht davor, im Gerangel vor dem Einlass gegen einen jüdischen Referenten handgreiflich vorzugehen.

Die Empörung
Barbro Karlén hat sich schon früh als literarisches Wunderkind hervorgetan und sich dann für lange Zeit in ein bürgerliches Leben bei der berittenen Polizei zurückgezogen. Dies nicht zuletzt, um ihre panische Angst vor Uniformen zu überwinden. Schliesslich hat sie nach vielen Jahren des Schweigens das durch neue, bedrängende Erkenntnisse entstandene Buch «... und die Wölfe heulten. Fragmente eines Lebens» (Perseus Verlag Basel, 1997) geschrieben.
Die vorweggenommene Empörung beruht vor allem auf einem grossen Missverständnis: Es geht der Autorin nicht darum, sich mit den fremden Federn Anne Franks zu schmücken oder mit ihren Hinweisen auf die letztliche Unzerstörbarkeit der Seele des Menschen die Verbrechen des Holocaust zu «verharmlosen», wie ihr oft vorgeworfen wird, sondern um ihre Botschaft an die Menschen, dass ihnen vieles leichter fallen würde, wenn sie bereit wären, sich dem - für Karlén persönlich völlig selbstverständlichen - Bewusstsein des Phänomens der Reinkarnation zu öffenen.

Botschaft der Toleranz
Denn durch die Erkenntnisse der Zusammenhänge mit nicht restlos verarbeiteten Problemen in früheren Leben könnten jetzige Konflikte besser erkannt und bewältigt werden, erklärte sie, und weil die Reinkarnation die Menschen im Laufe ihrer verschiedenen Leben auch durch verschiedene Rassen, Völker und Religionen führe, sei sie zutiefst überzeugt, dass sie daraus lernen könnten, toleranter zu werden, mehr Verständnis füreinander aufzubringen und alle anderen Menschen als unmittelbare Geschwister zu erkennen, zu achten und zu lieben.


Leserbriefe zu obigem Artikel

DER BUND, 11. Juni 1998

Die Veranstaltung in Zürich wurde am Anfang gewaltsam gestört, ein jüdischer Teilnehmer wurde sogar geschlagen. Der Grund soll gewesen sein, dass es neben der Reinkarnationsfrage auch um die Erinnerung an ein früheres Leben als Opfer des Holocaust ging.
Das Verhalten der Ruhestörer erinnerte an gewisse Gruppen, die in den dreissiger Jahren in Deutschland auftraten und schliesslich die «Kristallnacht» herbeiführten. Ihre Bezeichnung «Antifaschistische Aktion» erhält bei solchem Auftreten eher den Eindruck der Tarnung einer Gruppe mit faschistoiden Verhalten. in der christlichen Welt glauben mindestens 25 Prozent an die Reinkarnation. Im Judentum v.a. die Chassidim. Im Islam eine kleine Minderheit, in asiatischen Religionen beinahe 100 Prozent. Menschen eines derart verbreiteten Glaubens mundtot machen zu wollen ist eindeutig rassistisch, denn heute hat der Begriff Rassismus effektiv wenig mit «Rassen» zu tun, aber viel mehr mit Menschen anderen Glaubens, anderer Kultur und Meinung.
Wenn es die Reinkarnation gibt, wie eine Mehrheit der Weltbevölkerung glaubt, sind selbstverständlich die Holocaustopfer nicht von der Wiedergeburt ausgenommen. Es gibt eine ganze Menge von Menschen, die mehr oder weniger diffuse Erinnerungen an ein früheres Dasein im Horror jenes Wahnsinns haben und oft darunter leiden. Wer dies als Verharmlosung sieht, hat die Sache nicht verstanden. Im Gegenteil wird damit der Horror des Holocaust bestätigt und die Lüge über die «Auschwitzlüge» nochmals widerlegt. Vielleicht ist dies gerade etwas, was einigen nicht passt...

Dr. J.E. Sigdell, Slowenien
Podiumsteilnehmer

*


Als Menschen, die sich mit dem Judentum identifizieren, und als Angehörige von Familien, die teilweise den Holocaust überlebt haben, erklären wir, dass Samuel Althof und die wenigen Aktivisten seiner «Aktion Kinder des Holocaust» allein sich selbst repräsentieren. Wir distanzieren uns entschieden von den Provokationen dieser Gruppierung. Das Vorgehen der Aktion stellt für uns eine unwürdige Vereinnahmung des Holocaust dar.
Insbesondere distanzieren wir uns von der Forderung Althofs, dass Buddy Elias, der Cousin von Anne Frank, von seiner Position als Präsident des Anne-Frank-Fonds zurückzutreten habe. Wir betrachten diese Forderung als Affront gegen die Familie von Anne Frank.

David Schweizer, Basel
Raphael Pifko, Zürich
Ronald Goldberger, Zürich
Hilel Ne-Mann, Tel Aviv
Shimon Levy, Tel Aviv

*


Siehe Leserbrief vom 6.6.98 in der BaZ von David Schweizer, Präsident der Zionistischen Vereinigung Basel





Anmerkung von Gaurahari

Bei der Wiedergabe dieses Artikels und der Leserbriefe geht es mir nicht darum, ob Barbro Karlén tatsächlich die wiedergeborene Anne Frank ist oder nicht, denn hierzu könnte ich nur Vermutungen äussern. Vielmehr möchte ich damit aufzeigen, dass der Glaube an Reinkarnation und Karma, wie der Leserbrief von Herrn Schweizer in der BaZ zeigt, dem jüdischen Gedankengut nicht fremd ist.

FAQ zum Thema Reinkarnation
FAQ zum Thema Karma