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Die Kraft (Shakti) Gottes

Der Körper Gottes besteht nicht aus materiellen Elementen wie Protonen, Neutronen, Atomen usw., die sich zu Fleisch, Blut, Sehnen, Knochen, Schleim, Urin und Kot zusammensetzen. Er ist ewiges überall gegenwärtiges Sein (Sat), er ist wahres unbegrenztes Wissen (Cit), in dessen Erkenntniskraft alles andere Wissen gründet, und er ist ständig anwachsende Glückseligkeit (Ananda), die Quelle aller Freude. Sein Körper wird als Cit-Körper bezeichnet, da er völlig frei von jeglicher materieller Substanz ist.

Gottes Gestalt wird auch „acintya Rupa“ genannt, unbegreifliche, unvorstellbare Form. „Acintya“ bezieht sich auf das, was sich jenseits der materiellen Welt befindet, das unsere Argumentation, unsere Logik und unsere philosophische Spekulation übersteigt, also unseren Sinnen und unserem Intellekt nicht unmittelbar zugänglich ist. Zwischen Gott selbst und seinem transzendenten Körper besteht kein Unterschied, sie sind identisch. Hier in der materiellen Welt müssen wir zwischen Atma und Körper unterscheiden. Doch Krishnas Körper ist voll und ganz aus „Atma-Substanz“, ohne eine Spur von Materie (dem Stoff der Maya-Shakti). Jeder individuelle Atma, der in Gottes Reich erhoben wird, erhält einen ähnlichen unvergänglichen Körper, um mit ihm in Ewigkeit einen liebenden Austausch zu pflegen.

Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita:

„Am Ende von vielen Geburten denkt ein weiser Mensch 'Vasudeva (Krishna) ist alles' und nimmt Zuflucht bei mir. Solch eine große Seele ist sehr schwer zu finden. Menschen, deren Wissen durch vielfältige Wünsche fortgetragen wurde, nehmen bei anderen Göttern (Devas) Zuflucht. Getrieben von ihrer jeweiligen Natur, folgen sie bestimmten Regeln und Vorschriften (Ritualen) der Verehrung. Wer immer sich wünscht eine bestimmte Form vertrauensvoll zu verehren, ihm gewähre ich den notwendigen, festen Glauben (in diesen bestimmten Halbgott). Wer mit diesem Glauben ausgestattet ist, verehrt diese Form und erlangt allein durch mich die Erfüllung seiner Wünsche. Doch die Früchte sind zeitweilig für jene mit solch ärmlichem Verständnis [Anm.: oder mit solch geringer Intelligenz]. Jene, die Götter verehren, gehen zu den Göttern (um zeitweilige Früchte zu ernten), aber meine Geweihten kommen zu mir.

Unintelligente Menschen denken, ich sei das Unmanifestierte (Brahman), das sich zeitweilig verkörpert hat. Sie kennen nicht mein höchstes Wesen, das unübertroffen und unzerstörbar ist. Verborgen durch die Kraft meiner Yoga-Maya, bin ich nicht Jedem sichtbar und daher versteht die Welt nicht, dass ich nie geboren werde und unerschöpflich bin.“ (7.19-25)

Bhagavan Shri Krishnas Gestalt beinhaltet sechs Füllen, die in unendlichem Maß vorhanden sind:

  • Shri: Seine unendliche Schönheit und Lieblichkeit und unbekümmerte Ausgelassenheit.

  • Virya: Seine unendliche Kraft.

  • Aishvarya: Seine unvorstellbare Allmacht und Majestät.

  • Yashah: Sein unbegrenzter Ruhm.

  • Vairagya: Seine Kraft der Entsagung und Unparteilichkeit.

  • Jnana: Sein Allwissen.


Shri ist die Haupteigenschaft. Jede der vielen Seinsweisen Krishnas besitzt diese sechs göttlichen Füllen. Doch in der jeweiligen Manifestation treten manche von ihnen besonders hervor und die anderen zurück.

Wenn in Krishna seine unerhörte Allmacht und Majestät vorherrscht, offenbart er sich als vierarmiger Sri Narayana, der in seinen Händen Muschel, Lotos, Keule und Feuerrad hält.

Wenn in Krishna seine Allmacht und seine Anmut und Lieblichkeit sich harmonisch die Waage halten, offenbart er sich als Shri Ramachandra.

Wenn in Krishna seine unendliche Kraft und seine Allwissenheit besonders hervortreten, offenbart er sich als Narasimha, die mächtige menschliche Gestalt mit Löwenkopf.

Wenn in Krishna sein Allwissen und seine Unparteilichkeit sowie Entsagung dominieren, offenbart er sich als Shiva.

Wenn in Krishna seine Schönheit und Lieblichkeit durch Gottesmajestät leicht gedämpft ist, offenbart er sich als Vasudeva-Krishna; es ist derjenige Krishna, der ewiglich in seinem unzerstörbaren grenzenlosen Reich Dvaraka weilt und dessen Taten auf Erden im Mahabharata und im Bhagavatam geschildert werden.

Wenn in Krishna jedoch seine unendliche Schönheit und Lieblichkeit und unbekümmerte Ausgelassenheit ganz unverhüllt leuchten, so dass die anderen fünf großen Gottesfüllen, die immer in ihm vorhanden sind, gar nicht zum Ausdruck kommen, dann offenbart er sich als der Krishna von Goloka-Vrindavan, jener unendlichen Cit-Welt, die als das Innerste aller Gottesreiche angesehen wird.

In vielen Tempeln in Indien wird dieser Shri Krishna dargestellt als ein ewig jugendfrischer Jüngling, der die Flöte spielt. Zu seiner Linken steht Radha, die Macht (Shakti) seiner Liebe in Cit-Gestalt, die ihm ewiglich dient. Sie ist die zu ihm gehörende Kraft unendlicher Liebe, die seine eigene Gottesfülle erst zur Fülle macht.

So wie Gott in allen seinen ewigen Manifestationen doch stets der Eine ist, so ist auch seine unendliche Kraft, seine Shakti von seinem Blickpunkt her „eine“ Kraft. Vom Menschen her gesehen kann man jedoch mit Hilfe der Schriften Kräfte dreifacher Art erkennen.


Cit-Shakti
Maya-Shakti
Tata-stha-Shakti

Quelle: Krsna-Caitanya - Sein Leben und Seine Lehre; Walther Eidlitz, 1968
Zitiert und ergänzt in Gaurangas Bhakti-Lehre


Cit-Shakti
Maya-Shakti
Tata-stha-Shakti