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Küken werden im Jet um die Welt geschickt

Das nachfolgende Interview entstammt dem Nachrichtenmagazin FACTS (23.02.06), dem ich ein paar persönliche Kommentare hinzugefügt habe.


Der Schweizer Samuel Jutzi, einer der Direktoren der
Welternährungsorganisation FAO, über den Kampf gegen H5N1.


FACTS: Die FAO vermutet, dass Zugvögel die Vogelgrippe nach Afrika gebracht haben. Wäre dann nicht zu erwarten, dass das Virus bereits in anderen Ländern als Nigeria und Ägypten aufgetreten ist?

Samuel Jutzi: Vermutlich ist das Virus auch andernorts aktiv. Es gibt viele Gerüchte über Ausbrüche in afrikanischen Ländern. Wir sind daran, dies zu prüfen. Bis jetzt ohne neuen Virusfund.

FACTS: Warum wurde H5N1 in Afrika gerade in Nigeria als Erstes entdeckt?

Jutzi: Das hängt wohl mit der grossen Hühnerdichte im Land zusammen. Zuerst wurde das Virus in einer kommerziellen Farm gefunden. Dort war die Sterblichkeit so gross, dass die nötigen Analysen gemacht wurden. Gut möglich, dass das Virus auch unerkannt unter den Kleinbauern Ugandas zirkuliert.

FACTS: Der Landwirtschaftsminister Nigerias vermutet, das Virus wurde per Kükenhandel aus China eingeschleppt.

Jutzi: Das ist möglich. Kein Bereich in der Tierproduktion ist so globalisiert wie die Hühnerzucht. Viele nigerianische Züchter importieren einen Tag alte Küken und ziehen sie auf. Diese Eintagsküken werden weltweit von nur fünf Firmen hergestellt und per Jet rund um den Globus geschickt.

Gaurahari: Man stelle sich vor: "Küken werden hergestellt"! Was müssen das für riesige Anlagen sein, die täglich Tausende von Küken in die Welt verschicken? Doch dahinter stecken ja die unter jämmerlichen Bedingungen lebenden Hühner, keine Maschinen, welche zuerst mal die Eier legen müssen! Von Anfang bis Ende ist das für alle Tiere ein lebenslanger Horrortrip. Und mit welchen Folgen?
- Die Legehühner (in China, ohne Tierschutzgesetze) leben erbärmlich, aber vollgestopft mit Chemie und Antibiotika. Qualen, für die jeder Konsument mitverantwortlich ist.
- Die chemische Industrie verschmutzt in China unglaublich stark die Flüsse und das Grundwasser. Gesetze fehlen immer noch.
- Luftverschmutzung und Energieverschwendung für den globalen Transport per Flugzeug.
- Völlige Abstumpfung gegenüber der leidenden Kreatur. Und für was? Für ein rentables Geschäft und ein paar Minuten Gaumenkitzel.
- Auch in diesen abgeschirmten Grossbetrieben wird wertvolle Nahrung an Hühner verschwendet, nur damit eine wohlhabende Klasse ihre Fleischsucht befriedigen kann.

FACTS: Wie gut funktioniert die Seuchenbekämpfung in Nigeria?

Jutzi: Sie kommt langsam in Gang. Der Staatspräsident hat sich für die Bekämpfung eingesetzt. Aber ob sie im Land draussen funktioniert, ist eine andere Frage. Die Veterinärdienste sind unterentwickelt, die versprochenen Zahlungen für gekeulte Hühner oft zu tief. So verkaufen manche Bauern das Geflügel, bevor die Behörden es schlachten.

FACTS: Was bedeutet es für die Landwirtschaft in diesen Ländern, falls sich das Virus nicht ausmerzen lässt?

Gaurahari: Dieses (selbst-)mörderische Tun wird Landwirtschaft genannt! Tiere werden ein kurzes Leben lang nur gequält, angeblich zum wohl der Menschen, die ja ernährt werden müssen, und das nennt sich Landwirtschaft. Die Fleischindustrie mit ihrem industrialisierten Tieretöten hat sich noch nie gescheut, ihr blutiges Milliardengeschaft (das von jedem Bürger in Europa via Subventionen mitfinanziert wird) mit harmlosen Begriffen zu kaschieren.

Jutzi: Grossbetriebe haben ihre Hühner gegen das Virus abgeschottet. Nur die Arbeiter haben Zugang. Sie müssen durch Schleusen, duschen und Kleider wechseln. Mir ist kein solcher Betrieb bekannt, der von H5N1 befallen worden wäre.

FACTS: Solche Betriebe gibt es in Ländern wie Nigeria?

Jutzi: Allerdings. Sie werden häufiger – und können sich halten, auch wenn aussen die Vogelgrippe grassiert. Die Versorgung würde also funktionieren. Aber kein Staat sieht vor, die Kleinzucht zu stoppen. Zu viele Menschen würden ihre Existenz verlieren.

FACTS: Welche Auswege gibt es?

Jutzi: Langfristig müssen wir die Menschen von den Haustieren trennen und auch die Hühner, Gänse, Enten und Schweine voneinander separieren. Die gemischte Haltung im Hinterhof schafft Brutstätten für Krankheiten.

Gaurahari: Warum nicht der Tatsache ins Auge sehen, dass nur ein grundsätzlicher Wandel in der Betrachtung des Tieres zu einer dauerhaften Lösung führen kann? Wir sind alle Seelen, die bloss in unterschiedlichen Körpern stecken. Tiere sind wie unsere "kleinen" Brüder oder Schwestern. Sie in KZ-ähnlichen Bedingungen zu halten und zu töten wird zweifelsfrei den Beteiligten (Produzent, Händler und Konsument) viel vermeidbares Elend bringen (leidvolle karmische Reaktionen). Alle Schriften der Welt reden vom Gesetz des Karma in ihrer jeweiligen Sprache. "Was der Mensch sät, wird der Mensch ernten". Es liegt in der Natur der Sache, dass von der Saat bis zur Ernte immer ein bestimmter Zeitraum vergeht. Aber keine Technik und keine Chemie wird verhindern können, dass jeder Einzelne die Früchte seines eigenen Tuns ernten MUSS.
Und wer Zweifel darüber hat, ob unser Umgang mit Tier und Natur wirklich so schlecht ist, muss sich nur fragen, ob er/sie selbst auf diese Weise behandelt werden möchte. Es braucht keine moralische Instanz von Aussen, die uns sagt, was gut oder was schlecht ist. Die Instanz ist bereits in uns selbst angelegt. Wir haben uns lediglich darauf spezialisiert, diese Instanz zu ignorieren, weil uns der flüchtige Genuss von Tierleichen viel wichtiger erscheint.

FACTS: Ist das realistisch?

Jutzi: In Zentraleuropa ist die Hinterhofhaltung praktisch ausgestorben. Vietnam hat überlegt, sie durch die Polizei aufzulösen. Doch während der Vogelgrippe-Krise geht das nicht. Viele Familien hätten ihr Einkommen verloren.

FACTS: Müssen reiche Länder bei dieser Umstellung im Süden helfen?

Jutzi: Absolut. Jetzt gerade fliesst die Hilfe in die direkte Bekämpfung von H5N1. Doch die meisten Geldgeber werden einsehen, dass es Mittel braucht, um die Tierhaltung zu ändern. Sonst steht die Welt bald wieder vor demselben Problem.
Interview: Thomas Häusler

Gaurahari: Nicht die Tierhaltung, sondern unsere gesamte Haltung gegenüber dem Tier muss sich zwingend ändern. Alles andere wird immer nur teures (Geld verschwendendes) Flickwerk bleiben.
Wenn wir Menschen kein Elend wollen, sollten wir damit aufhören, unter unseren Mitlebewesen soviel Elend und Schmerz zu verbreiten.
Denn eines ist sicher: Medizin und Technik werden uns nicht vor den Folgen unseres Tuns (den karmischen Reaktionen) beschützen können. Obschon das ein weitverbreiteter Aberglaube ist.